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Sitten und Gebräuche

Karl-Heinrich Waggerl

... wer seinen Nächsten verurteilt, kann irren; wer ihm verzeiht, irrt nie.


Sie wissen, Sri Lanka ist eine Insel, die mehrmals von Europäern besetzt wurde (Portugiesen, Holländer, Engländer). Das hat auf die Bevölkerung mannigfaltige Einflüsse gehabt. Trotzdem (oder gerade deshalb) sind sie ein sehr selbständiges und auch stolzes Volk, das sich nicht leicht "hinter's Licht" führen lässt. Sie haben in den vielen Jahrhunderten der Besetzung perfekt gelernt, eher umgekehrt die "Weissen", (von ihnen "suddhus" genannt) bis ins Detail so zu analysieren, dass diese sich oft sogar mit Freuden "hinter's Licht" führen lassen. Das führt bei Gästen manchmal zu Enttäuschungen, weil sie dem einheimischen "Freund" voll vertrauen. Bitte lesen Sie dazu auch unter der Rubrik "Umfeld" das Kapitel "Beachboys".

Was ungewohnt ist:

"Ja" sagen:


In manchen asiatischen Ländern schüttelt man mit dem Kopf, wenn man "JA" sagt. Auch in Sri Lanka. Wenn Sie also z.B. bei der Ankunft die Frage stellen: "Kennen Sie die Lotus-Villa" und man schüttelt mit dem Kopf, heisst das JA und nicht Nein. Das führt oft zu recht heiteren Situationen, wenn Sie einen Kellner fragen, ob Sie Tee bekommen können und er schüttelt mit dem Kopf.... Es ist übrigens nicht das gleiche Kopfschütteln, das die Leute aus dem Westen machen, sondern der Kopf wird eher so bewegt, dass es einer liegenden 8 ähnelt.

Begrüssung:

Manchmal empfindet man die Begrüssung eher unfreundlich: der Grund liegt darin, dass der "Höhergestellte" zuerst dem "Niedrigeren" ein Signal geben muss, dass er überhaupt grüssen darf. Das Signal ist oft ein einfaches Lächeln oder Nicken, das uns gar nicht auffällt. Unter Freunden und Bekannten wird auf alle Fälle mit einem Lächeln und einem Kopfnicken gegrüsst. Die Hand zu reichen ist unüblich, wird aber von Personen, die man bereits kennt und von Leuten aus der Touristenbranche durchgeführt. Es gilt sowohl als Zeichen der Höflichkeit als auch als Signal, dass sich der Sri Lanker "auskennt". Keine Hände schütteln sollte man bei Mönchen und moslimischen Frauen. Mönche sollten eine eventuelle Geldspende möglichst von einem Mann überreicht erhalten.

Essen mit Fingern:

In Sri Lanka ist es üblich, mit den Fingern zu essen. Es wird auch von "Höhergestellten" praktiziert. Da wir im Westen eher lernen, dass das Berühren von fertigen Speisen etwas "unästhetisches" ist, sind Manche von diesem Verhalten  unangenehm berührt.
Es gibt auch bestimmte Regeln, wie man richtig mit den Fingern isst und wir zeigen Ihnen gerne, "wie man es richtig macht". Zwei Hauptgründe werden von den "Fingeressern" als positiv angeführt:
1. man wäscht sich auf jeden Fall vor dem Essen die Hände und
2. man verbrennt sich nie die Lippen.
In der Lotus-Villa essen alle Mitarbeiter - also auch die Manager und Ärzte - mit Fingern.


(wird fortgesetzt)


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