Über unsere Schule und über Mitleid
Wir haben im Jahre 1.999 eine Schule für die Familien, die in der Umgebung der Lotus-Villa wohnen, gegründet. Obwohl wir wissen, dass Spendengelder oft in falschen Kanälen enden, sind wir doch der Meinung, dass das nicht immer so sein muss. Wenn Sie nähere Informationen haben wollen, sprechen Sie bitte entweder mit Peter Huber oder seiner Frau Sumendra.
Und hier einige Gedanken über das Mitleid, das sehr oft in Verbindung mit Sri Lanka und seinen Kindern entsteht. Sie wurden anlässlich der Weihnachtsfeier 2004 von Frau und Herrn Huber geschrieben und den Gästen überreicht:
Wie Sie vielleicht wissen, ist unsere Schule vor fünf Jahren eröffnet worden mit dem Ziel, ärmere Familien und deren Kinder zu unterstützen, um Bildung und Fortbildung zu ermöglichen. Meine Frau und ich haben die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen einerseits die Schule unterstützen wollen, andererseits aber nicht sicher sind, ob gespendetes Geld auch dort landet, wo es vom Spender gewünscht wurde. Dazu einige Gedanken von unserer Seite:
wir haben mit der Eröffnung der Schule eine - wie wir meinen - grosse Verantwortung auf uns genommen und diejenigen, die selbst Kinder haben oder Kinder einfach gerne mögen, wissen, wie gross der Wunsch der Eltern oder der Familie ist, dem Kind oder den Kindern eine gute Erziehung und Schulung zu ermöglichen. Die Eltern Sri Lanka?s sind da nicht anders: ihre Hoffnung, dass unsere Schule erfolgreich ist, ist deren eigener grösster Wunsch (bei den ärmeren Familien ist dieser Wunsch oft noch ausgeprägter als bei besser Gestellten). Sie senden ihre Kinder nicht mit dem Wunsch in unsere Schule, dass diese dort Bonbons oder Kugelschreiber erhalten und schon gar nicht mit dem Ziel, Mitleid zu erheischen, sondern ihr Ziel ist es, ein "ordentliches", also gut erzogenes Kind zu haben, das für das Leben gut vorbereitet ist. Wenn Sie uns dabei unterstützen wollen ? in welcher Weise auch immer, vom professionellen Ausbildner bis zum Kassaprüfer benötigen wir Helfer? beziehen Sie bitte diese folgenden Gedanken mit in Ihre Überlegungen ein:
unsere Schule betreut derzeit etwa 600 Kinder und Jugendliche, deshalb tragen wir alle (meine Frau, ich, andere Spender und eventuell auch Sie) eine grosse Verantwortung, nämlich die Erwartungen der Eltern nicht zu enttäuschen. Es geht also weniger darum, die Erwartungen und Bedürfnisse der Spender zu befriedigen. Natürlich ist bei jedem von uns auch ein Teil Befriedigung eigener Bedürfnisse dabei ? und das ist auch gut so, denn sonst würde unsere Schule ja gar nicht existieren. Nur sollte das Ziel einer möglichst guten Ausbildung der Kinder und Jugendlichen im Vordergrung stehen statt Mitleid mit den "armen Kindern" zu haben. Es ist - leider - überall auf der Welt so, dass die ärmeren Menschen auch die schlechtere Ausbildung bekommern ? also Mitleid ist völlig in Ordnung, wenn es uns dazu motiviert, den Armen eine bessere Ausbildung zu ermöglichen, damit diese nicht mehr arm sein müssen!
Wenn Sie bis hierher alles gelesen haben, freuen wir uns sehr und wir würden uns auch freuen, wenn Sie mehr Informationen über unsere Schule bekommen wollen!